Haftung für Personenschäden, Gepäckschäden und Verspätungsschäden

Boeing767-3Z9 Austrian Airlines Foto Jürgen Postl
Nach dem internationalen Montrealer Übereinkommen 1999 muss die Fluglinie Schadenersatz für Schäden an Personen, Gepäck oder wegen Verspätung leisten. Auf Grund der VO 2027/97 idF 889/2002 der Europäischen Union gelten Haftungsregeln dieses Übereinkommens nicht nur für internationle Beförderung, sondern auch für Inlandsflüge.

Gegen wen können Sie den Anpruch richten?

Die Ansprüche wegen Schäden an Personen, Gepäck oder wegen Verspätung können Sie gegen das Flugunternehmen richten, mit dem Sie den Beförderungsvertrag abgeschlossen haben und überdies auch gegen jenes, das die Beförderung durchgeführt hat.

Personenschäden

Verletzt sich ein Passagier bei einem Unfall an Bord oder beim Einsteigen bzw. Aussteigen oder wird ein Passagier durch einen solchen Unfall getötet, muss die Fluglinie dafür haften.  Die Nach dem Montrealer Übereinkommen besteht für die Haftung grundsätzlich keine Begrenzung der Höhe. Übersteigt der Schaden allerdings einen Betrag von ca. 115.000 EUR, kann sie die Fluglinie frei beweisen. Das beudeutet also sie muss dann nicht leisten, wenn sie beweisen kann, dass sie kein Verschulden am Eintritt des Schadens trifft.

Gepäckschäden

Bei Gepäckschäden (Zerstörung, Beschädigung oder Verlust) haftet die Fluglinie bis zu einem Höchstbetrag von ca. 1.150 EUR.

Für Schäden, die an einem aufgegebenen Gepäckstück entstehen, muss die Fluglinie jedenfalls einstehen. Diese Schäden müssen binnen 7 Tagen ab Entgegennahme des Gepäcks bei der Fluglinie schriftlich geltend gemacht werden.

beachte: Es besteht keine Haftung für Schäden, die an einem Handgepäck (sowie an persönlichen Gegenständten) entstehen. Es sei denn, der Schaden wurde von der Fluglinie verschuldet.

Verspätungsschäden

Verspätung bei der Personenbeföderung

Die Fluglinie haftet für alle Schäden, die einem Passagier durch die Verspätung entstanden sind, bis zu einem Höchstbetrag von ca. 4.770 EUR. Ersetzt wird jedoch nur ein materieller Schaden, also beispielsweise etwa nicht der Verlust von einem Urlaustag.

beachte: Eine Haftung ist jedoch augeschlossen, wenn die Fluglinie alle zumutbaren Maßnahmen getroffen hat, um den Eintritt des Schadens zu vermeiden.

Verspätung bei der Gepäckbeföderung

Die Haftungsgrenze für Schäden, die durch die verspätete Ankunft eines Gepäckstückes enstanden sind, liegt bei ca. 1150 EUR. Dies bedeutet somit, dass Sie sich bei einer verspäteten Ankunft Ihres Gepäcks am Urlaubsort die nötigsten Dinge wie Toilettartikel und Kleidungsstücke kaufen und die Kosten dafür von der Fluglinie verlangen können.

Wichtig ist die Ausgaben bei der Anschaffung von Ersatzgegenständen - wegen der allgemeinen Schadenminimierungspflicht -  im Rahmen vertretbarer Qualität möglichst gering zu halten.

Schäden wegen Gepäcksverspätung müssen binnen 21 Tage ab Entgegennahme des Reisegepäcks bei der Fluglinie schriftlich geltend gemacht werden.

beachte: Da man sich nach allgemeinen schadenersatzrechtlichen Grundsätzen allfällig erlangte Vorteile anrechnen lassen muss, wird bei Kleidungsstücken und Gebrauchsgegenständen häufig nur 50 % des Kaufpreises ersetzt.

Abschließende Übersicht

Art des  Schadens

Maximale Höhe
der Entschädigung (EUR
)

Personenschaden
(Körperverletzung, Tod)
unbegrenzt
(bei Summen über 115.000 EUR kann sich die Fluglinie jedoch frei beweisen)
Gepäckschäden
(Zerstörung, Beschädigung, Verlust)
ca. 1.150 EUR
Verspätung bei der Personenbeföderung ca. 4.770 EUR
Verspätung bei der Gepäckbeföderung ca. 1.000 EUR

 

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